do it vegitalian | Vapiano Specials April/Mai

Eine Zeit lang war es hier etwas stiller auf unserem Blog, aber nun sind wir wieder voller Energie für euch da und möchten auch direkt mit einem Thema starten, das wir am Besten können: dem Essen. Wir waren für euch mal wieder im Vapiano und haben die neue Special-Karte für April / Mai etwas genauer unter die Lupe genommen.

Die Karte steht unter dem Motto „do it vegitalian“. Das klingt schon mal so, als wäre es ganz nach meinem Geschmack. Ich lebe nämlich seit einiger Zeit vegetarisch und überwiegend auch vegan. Zu den Gründen, wie es mir damit geht, ob es mir schwer fällt, auf bestimmte Lebensmittel nun verzichten zu „müssen“ und welche Produkte ich euch empfehlen kann, wird es in nächster Zeit auch einige Blogposts geben. Aber nun erstmal zurück zum Vapiano. Also, ich war  begeistert, als ich die Überschrift der Karte gesehen habe.

Vapiano, Bremen, Specials, Vegetarisch, Vegan, Low Carb, Food

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Vorne auf der Karte stehen Schlagsätze wie „no need for meat“ oder „yes, it’s vegan“. Beim ersten Blick auf die Karte, bin ich dann schon etwas verwundert. Gleich im ersten Salat befindet sich neben einem gehackten Ei auch kross gebratener Speck, im ersten Nudelgericht finde ich Hähnchenfilet. No need for meat? Die Karte enthält 8 Gerichte (zwei Salate, zwei Nudelgerichte, ein Risotto, eine Lasagne, eine Pizza und ein Dessert). 6 Gerichte sind vegan, zwei davon Low Carb (mit Ei und Fleisch). Grundsätzlich natürlich kein Problem, aber auf einer „do it vegitalian“-Karte? Extrem schade, dass das Thema „Veganismus“ hier nicht konsequent durchgezogen wurde. Gerne kann man ja, wie auch in der normalen Speisekarte, erwähnen, dass es die Möglichkeit verschiedener Extrawünsche (wie zum Beispiel Fleisch) gibt. Aber zu lesen, dass direkt das erste Gericht der vegetarischen / veganen Karte Ei und Speck enthält, finde ich schon mehr als unpassend. Aber nun ja, die Gerichte klingen alle recht lecker auch wenn die Preise es ganz schön in sich haben (immerhin stehe ich selber an, um mir mein Essen zu holen und muss so lange warten, als würde ich beim schicksten Italiener der Stadt sitzen und mich bedienen lassen).

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Leider scheint auch die Umsetzung der Karte äußerst schwierig zu sein. Bei unserem ersten Besuch, wollten wir gerne die „Zoodles Salvia e Pollo“ (Zoodles mit gebratenem Hähnchen und Salbeiblättern in einer Sauce aus halbgetrockneten Tomaten, Knoblauch und Gemüsefond, abgerundet mit Butter und Fetakäse) und die „Pasta Vegitalia“ (Pasta mit weißem Spargel und Zwiebeln, dazu Babyspinat mit fruchtigen Kirschtomaten in einer cremigen Sauce mit veganem Basilikumpesto) bestellen. Haben wir auch. Sehr zum Erschrecken des Kochs, der sich erstmal die Special-Karte greifen musste, um zu schauen, was es damit auf sich hat. Schritt für Schritt rührte er die Zutaten zusammen, bis er mit den Gerichten komplett durcheinander war, beide verwechselte, die Zutaten mischte. Die Zoodles waren nun nicht mehr Low Carb und die veganen Pasta nicht mehr vegan. Auf neue Nudeln wollten wir nicht mehr warten, wir entschieden uns also für einen gewöhnlichen gemischten Salat.

Der zweite Versuch folgte eine Woche später. Wieder die gleichen Gerichte, dieses Mal wusste ein anderer, freundlicher, Koch immerhin wovon wir sprechen und nahm sich die Zutatenliste nur noch zur Hilfe. Zeit ließ er sich auch beim Kochen. Wir standen genau 30 Minuten in einer Schlange, in der vor uns insgesamt 4 Nudelgerichte zubereitet wurden. Vielleicht steckte er viel Ruhe und Liebe in das Essen, damit es besonders gut wird? Dann kamen (endlich) wir. Bei den Zoodles war der Feta leer (wie immer?!). Stattdessen gab es dann Mozzarella zu den Nudeln. Und auf die veganen Nudeln wurde – ohne zu fragen – am Ende Parmesan gerieben. Sehr vegan. Aber gut, in der Zubereitung ähnlich konsequent, wie in der Karte. Schließlich (nach weiteren 15 Minuten) hatten wir unsere Gerichte auf dem Tisch.

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Die „Zoodles Salvia e Pollo“ fielen vor allem durch die kleine Portionsgröße ins Auge. Schön angerichtet, haben aber mit dem Bild, mit dem das Vapiano Bremen Werbung für das Gericht macht, überhaupt nichts zu tun. Geschmacklich waren die Zoodles wirklich lecker, vor allem mit dem Gemüsefond und dem Salbei, satt gemacht haben sie in der Größe allerdings nicht. Und mit Feta wären sie vermutlich auch noch besser gewesen, als mit dem Mozzarella, der nicht richtig zum Gericht passte. (Hier könnt ihr euch übrigens anschauen, wie das Essen eigentlich aussehen sollte – wir konnten bisher wenig Ähnlichkeiten feststellen).

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Die „Pasta vegetalia“ war dafür eine ordentlich große Portion und hat wahnsinnig lecker geschmeckt. Leider waren die Nudeln etwas sehr al dente, der Parmesan ja nicht vegan, aber die tolle Soße hat mich wieder friedlich gestimmt. Richtig, richtig lecker. Der Spargel in Kombination mit dem veganen, cremigen Pesto – einfach gut. Jederzeit würde ich das Gericht wiederbestellen, in der Hoffnung, dass auch der Koch mittlerweile mehr Übung hat. Sehr empfehlenswert für alle Spargel-Liebhaber.

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Zum Dessert entschieden wir uns für das „Dolci Vegitalia“, ein Mandelmilchreis mit Erdbeer-Rhabarber-Topping. Ist okay, aber begeistert sind wir nicht. Vom Milchreis hat man nichts geschmeckt, das Topping hat mit seiner Süße dominiert. Hier wäre etwas weniger Zucker und etwas mehr Obst sicherlich gut – und passender im Sinne des Karten-Mottos – gewesen. Also da schmeckt mir mein selbstgemachter Mandel-Milchreis um Einiges besser. Allerdings fände ich es in Zukunft sehr schön, auch ein veganes Dessert in der regulären Vapiano-Karte zu haben, sonst muss ich leider im Vapiano auf den Nachtisch verzichten.

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Unser Fazit fällt dieses Mal leider nicht so gut aus, obwohl wir doch so große Vapiano-Fans sind. Die vegetarisch / vegane Karte, die auch ein wenig Low Carb und gar nicht vegetarisch ist, lässt es an Konsequenz ordentlich vermissen und kommt mit etwas zu teuren Preisen (vor allem bezogen auf die Portionsgröße) daher. Die Köche sind mit dem Kochen der neuen Karte extrem überfordert, Zutaten nicht vorhanden und die veganen Gerichte plötzlich und ohne Ankündigung nicht mehr vegan. Geschmacklich waren unsere Nudeln super, aber das Drumherum war wirklich anstrengend, sodass einem ein wenig der Genuss verloren ging. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass vegan kochen keine so große Herausforderung ist,wie immer angenommen wird und dass man ganz „normale“ Gerichte durch ein paar andere Zutaten vegan zaubern kann. Schade Vapiano, das hätte wirklich gut werden können ♥ Jasmin

 

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